Es werden viele verschiedene Begriffe verwendet, wenn es um Schwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache, also beim lesen und schreiben Lernen, geht.
- Legasthenie
- Dyslexie
- Lese-Rechtschreib-Störung
- Lese-Rechtschreib-Schwäche
- LRS
Letztlich meinen alles diese Begriffe, dass ein Kind trotz guter allgemeiner Begabung überproportional große Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder des Schreibens hat.
Im Folgenden werden die Begriffe Legasthenie und LRS als Synonyme verwendet. |
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Definition nach ICD-10
Unter Legasthenie oder LRS (Lese-Rechtschreibstörung) versteht man eine umschriebene Entwicklungsstörung des Schriftspracherwerbs. Das heißt eine spezifische Störung beim Erlernen des Lesens oder Schreibens, wobei die Leistung im Lesen / Rechtschreiben unter jener liegt, die aufgrund der Begabung zu erwarten wäre. Die Probleme das Lesen bzw. das Schreiben altersentsprechend zu erlernen, dürfen dabei nicht durch Seh- oder Hörprobleme, durch unzureichende Beschulung oder unzureichende kognitive Fähigkeiten verursacht werden. Auch psychische oder neurologische Erkrankungen, die die Lernfähigkeit beeinflussen können, dürfen nicht der Grund für die Schwierigkeiten sein.
Häufigkeit
Ca. 3-5% aller Kinder sind von Legasthenie betroffen. So kann man davon ausgehen, dass im Durchschnitt in jeder Schulklasse ein Kind mit Legasthenie anzutreffen ist.
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Woran erkennt man eine LRS? |
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Die Erscheinungsform einer LRS/Legasthenie kann je nach Alter bzw. Klasse des Kindes unterschiedlich sein. In der Anfangsphase des Schriftspracherwerbs, also in der 1. oder 2. Klasse, treten folgende Merkmale auf:
- Schwierigkeiten beim Erlernen der Buchstabe-Laut-Beziehung:
- Die Buchstaben werden nicht gemerkt
- Buchstaben werden den falschen Lauten zugeordnet oder umgekehrt
2. Die Lautsynthese gelingt nicht: - Die Buchstaben können beim Lesen nur schwer zusammengelautet werden
- Langsames und mühsames Lesen sind kennzeichnend
3. Defizite in der Phonologischen Bewusstheit:
- Das Identifizieren einzelner Laute aus dem Sprachfluss fällt schwer
4. Schwierigkeiten beim lauttreuen Schreiben:
- Auslassen, verdrehen oder hinzufügen einzelner Buchstaben bis hin zu Skelettschreibungen
Spätestens ab der dritten Klasse findet man folgende Merkmale bei Kindern mit LRS:
Beim Lesen: - Es wird weiterhin langsam und stockend gelesen
- Selbst häufige Wörter müssen immer wieder neu erlesen werden
- Es wird Buchstabe für Buchstabe gelesen, die direkte Worterkennung funktioniert nicht
- Besonders bei langen Wörtern wird aus dem Kontext geraten.
Beim Schreiben:
- Lauttreues Schreiben - Rechtschreibregeln werden nicht beachtet
- Unzählige Rechtschreibfehler
- Trotz intensiven Übens zeigt sich kein Fortschritt
- Das selbe Wort wird auf unterschiedliche Arten falsch geschrieben
Durch die Schwierigkeiten den Lernanforderungen gerecht zu werden, die ständigen Misserfolge und den Druck der dadurch auf den betroffenen Kindern lastet, kann es auch zu sogenannten Sekundärsymptomen kommen. Also Anzeichen einer LRS, die nicht zu den Kernsymptomen zählen, sondern erst durch die LRS entstanden sind. |
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mehr zu Sekundärsymptomen lesen
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Frühe Anzeichen im Kindergarten bzw. Vorschulalter/Risikofaktoren: |
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- Sprachentwicklungsstörungen
- Defizite der Phonologischen Bewusstheit
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Was sind keine alleinigen Anzeichen für eine Legasthenie? |
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- Verwechslung von d und b
- Verwechslung von links und rechts
- Probleme mit Raumlage und Serialität
- Motorische Probleme
Diese können natürlich auch bei Kindern mit LRS auftreten, gelten aber nicht als Hinweis auf eine vorliegende Störung im Schriftspracherwerb. |
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